Bestimmung des Gesamtfeststoffgehalts im Abwasser: Umwelt
Was versteht man unter „Gesamtfeststoffen“ im Abwasser?
Was sind Gesamtfeststoffe (TSS)?
Unter Gesamtfeststoffen versteht man alle Feststoffe, meist in physikalischer Form, mit Ausnahme von wasserlöslichen oder wasserunlöslichen Substanzen. Im Abwasser werden diese Stoffe üblicherweise in Schwebstoffe (in Wasser suspendierte Feststoffe), lösliche Feststoffe (Stoffe, die in Wasser löslich sind, sich dann aber absetzen) und unlösliche Feststoffe (Stoffe, die sich nicht in Wasser auflösen) unterteilt. Diese Feststoffe sind wichtige Bestandteile, die Wasserverschmutzung verursachen und die Wasserqualität direkt beeinflussen.
„Gesamtfeststoffe“ sind definiert als die Summe der absetzbaren und nicht absetzbaren Feststoffe in der Abwasserprobe, die aus Sedimenten, Gesteinspartikeln, Schlamm- und Tonmaterialien, Fragmenten kolluvialer organischer Substanzen und Plankton besteht. Menschliche Aktivitäten und die Erosion landwirtschaftlicher Flächen können die Menge an suspendierten Feststoffen erhöhen.
Die Bestimmung der Gesamtfeststoffe hilft dabei, den Bedarf an Wasseraufbereitung und die aktuellen Umweltauswirkungen zu ermitteln, indem die Menge dieser Stoffe im Wasser gemessen wird.
Warum wird die Bestimmung der Gesamtfeststoffe durchgeführt?
Die Bestimmung der Gesamtfeststoffe im Abwasser spielt eine wichtige Rolle bei der Überwachung von Wasser aufbereitungs- und Umweltschutz prozessen. Die Hauptgründe für die Durchführung dieser Analysen sind folgende:
- Bewertung der Effizienz von Wasseraufbereitungsprozessen: In Wasseraufbereitungsanlagen werden Feststoffe während der Wasseraufbereitung entfernt. Die Bestimmung des Gesamtfeststoffgehalts im Abwasser dient dazu, die Effizienz der Aufbereitungsanlagen zu messen und Mängel im Aufbereitungsprozess zu identifizieren. Ist der Aufbereitungsprozess unzureichend, können weitere Maßnahmen erforderlich sein.
- Vermeidung von Umweltverschmutzung: Ein hoher Feststoffgehalt im Abwasser kann zu Wasserverschmutzung führen und die Umwelt schädigen. Er kann den Sauerstoffgehalt im Wasser verringern, aquatische Ökosysteme schädigen und die Lebensräume von Wasserlebewesen stören. Die Bestimmung des Gesamtfeststoffgehalts ist eine Möglichkeit, die durch diese Stoffe verursachten Umweltschäden zu ermitteln.
- Abwassermanagement und Einhaltung gesetzlicher Vorschriften: In vielen Ländern müssen Abwassereinleitungen innerhalb der Umweltgrenzwerte bleiben. Die Bestimmung der Gesamtfeststoffe trägt dazu bei, sicherzustellen, dass diese Grenzwerte nicht überschritten werden und das Abwasser den Vorschriften entspricht.
- Überwachung der Wasserqualität: Der Gesamtfeststoffgehalt kann die Qualität einer Wasserquelle direkt beeinflussen. Durch die Überwachung der Abwasserqualität lässt sich feststellen, ob das Wasser behandelt werden muss. Außerdem kann die direkte Einleitung von Abwasser in Gewässer die Wasserqualität gefährden.
Welche Methoden gibt es zur Bestimmung des Gesamtfeststoffgehalts?
Zur Bestimmung der Gesamtfeststoffe werden verschiedene Methoden verwendet. Diese Methoden werden in der Regel durchgeführt, indem Wasserproben physikalisch aufbereitet und anschließend die Feststoffe gemessen werden. Die am häufigsten verwendeten Methoden sind folgende:
- Gravimetrische Methode (Gewichtsmethode): Die gravimetrische Methode ist die am weitesten verbreitete Technik zur Bestimmung der Gesamtfeststoffe. Bei dieser Methode wird ein bestimmtes Volumen der Wasserprobe auf ein vorgewogenes Filterpapier filtriert. Die filtrierten Feststoffe werden anschließend getrocknet und das verbleibende Gewicht der trockenen Feststoffe gemessen, um den Gesamtgehalt an Feststoffen zu berechnen. Diese Methode liefert recht genaue Ergebnisse, ist jedoch zeitaufwendig.
- Filtrationsmethode: Bei dieser Methode wird die Wasserprobe durch spezielle Filter geleitet. Die durch die Filtration gesammelten Feststoffe werden getrocknet und gewogen, um die Gesamtmenge an Feststoffen zu berechnen. Die Filtrationsmethode ist eine sehr effektive Methode zur Messung von Schwebstoffen im Wasser.
- Volumetrische Methode (Salzwasser-Methode): Die volumetrische Methode ermöglicht es, die in einem bestimmten Volumen der Wasserprobe gelösten Feststoffe durch bestimmte chemische Reaktionen zu entfernen. Dadurch misst diese Methode die Menge der im Wasser gelösten Feststoffe.
- Spektralphotometrische Methode: Die spektralphotometrische Methode berechnet indirekt die Menge der Feststoffe im Wasser anhand dessen optischer Dichte. Diese Methode eignet sich besonders für Schnellanalysen, kann jedoch weniger genau sein als andere Methoden.
Die Nanolab Laboratories Group bietet weiterhin Dienstleistungen im Bereich der Bestimmung des Gesamtfeststoffgehalts in Abwasser an. Wir bieten auch Dienstleistungen im Bereich der Meerwasseranalyse an.
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