PFAS

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Per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen (PFAS) sind eine große Klasse von Tausenden synthetischer Chemikalien, die in der gesamten Industrie verwendet werden. Sie enthalten Kohlenstoff-Fluor-Bindungen, die zu den stärksten chemischen Bindungen überhaupt gehören. Aufgrund dieser Eigenschaften sind sie sehr stabil und können in der Umwelt lange Zeit unverändert verbleiben. Viele PFAS können sich über große Entfernungen von ihrer Emissionsquelle ausbreiten.

Aufgrund ihrer nützlichen Eigenschaften werden sie weit verbreitet eingesetzt. Sie sind beispielsweise unter hoher Hitze stabil. Viele von ihnen sind zudem oberflächenaktive Stoffe und werden beispielsweise als wasser- und ölabweisende Mittel verwendet. Aufgrund dieser Eigenschaften werden sie häufig in Antihaftbeschichtungen von Küchenutensilien, in Gummi, Silikon sowie in Backpapier und -karton, in Fast-Food-Verpackungen und in Verpackungen für Brot, Zucker und fettige Lebensmittel verwendet.

Trotz all dieser Eigenschaften ist bekannt, dass sich einige PFAS in Menschen, Tieren und Pflanzen anreichern und toxische Wirkungen hervorrufen. Einige PFAS sind reproduktionstoxisch und können die Entwicklung des Fötus beeinträchtigen. Verschiedene PFAS können beim Menschen Krebs verursachen. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) kam zu dem Schluss, dass PFOS, PFOA, PFNA und PFHxS negative Auswirkungen auf den Serumcholesterinspiegel, die Leber, das Immunsystem und das Geburtsgewicht haben können. Aus diesem Grund wurden für PFOS, PFOA, PFNA und PFHxS Höchstwerte durch die Verordnung (EU) 2022/2388 vom 7. Dezember 2022 festgelegt.


Was sind die Anwendungsbereiche von PFAS?

PFAS finden in einem breiten Spektrum Anwendung:
  1. Textil- und Gewebebeschichtung: Wasser- und schmutzabweisende Stoffe, Outdoor-Bekleidung, Teppiche und Möbelstoffe.
  2. Lebensmittelverpackungen: Beschichtungen, die Öl- und Wasserabweisung verleihen, Mikrowellen-Popcornbeutel und Fast-Food-Verpackungen.
  3. Feuerlöschschäume: Wirksam bei der Bekämpfung von Öl- und Chemiebränden.
  4. Elektronik und industrielle Anwendungen: Isolationsmaterialien, Halbleiterherstellung.
  5. Medizinische Anwendungen: Implantatmaterialien und bestimmte chirurgische Instrumente.

Risiken von PFAS

1. Umweltrisiken
  • Persistenz: PFAS-Verbindungen werden in der Natur nicht abgebaut und können in das Grundwasser, in Flüsse und Meere gelangen.
  • Bioakkumulation: Sie reichern sich in Fischen und anderen Lebewesen an und stören das Gleichgewicht des Ökosystems.
2. Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit
  • Krebs: Es gibt Hinweise darauf, dass eine langfristige Exposition das Risiko für Nieren- und Hodenkrebs erhöht.
  • Hormonstörungen: PFAS-Verbindungen können negative Auswirkungen auf das endokrine System haben.
  • Immunsystem: Sie können die Immunreaktionen schwächen und so die Widerstandsfähigkeit gegen Infektionen verringern.
  • Reproduktive Gesundheit: Sie werden mit Unfruchtbarkeit, untergewichtigen Geburten und anderen Fortpflanzungsproblemen in Verbindung gebracht.
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