RASFF
RASFF-Meldungen zu Materialien und Stoffen mit Lebensmittelkontakt 2023
Im Jahr 2022 wurden 188 Meldungen zu Materialien mit Lebensmittelkontakt übermittelt. Etwa 40 % der RASFF-Meldungen betrafen Kunststoffmaterialien. Es folgen Metalllegierungen, Papier und Karton, Silikone, Keramik, Holzwerkstoffe, Glas, Handschuhe und Antihaftbeschichtungen. Die am häufigsten gemeldete Prüfung betrifft primäre aromatische Amine. Danach folgen Blei, Gesamtmigration, Formaldehyd, Nickel- und Phthalatmigration sowie Gesamtflüchtige in Silikonmaterialien. Während primäre aromatische Amine ausschließlich in Kunststoffen vorkommen, wurde Blei in vielen Produkten wie Papier, Metall, Kunststoff, Glas, Metalllegierungen usw. nachgewiesen. In Materialien wie Papier, Karton und Holz wurden Biocide wie „Benzisothiazolinon (BIT)“ und „Carbendazim, Diuron“ nachgewiesen, die in den vergangenen Jahren selten anzutreffen waren.
Substanzen mit Lebensmittelkontakt in RASFF-Meldungen
Ein bedeutender Teil der Meldungen an das RASFF-System betrifft Materialien, die mit Lebensmitteln in Kontakt kommen. Die Hauptgründe für diese Meldungen sind:
Chemische Migration:
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- Migration von Stoffen wie Bisphenol A (BPA) und Phthalaten aus Kunststoffverpackungen.
- Migration von Mineralölen aus Papierverpackungen.
- Einwandern von Schwermetallen (Blei, Cadmium) aus Metallbehältern in Lebensmittel.
Verwendung verbotener Stoffe:
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- Nachweis von Chemikalien, die von der Europäischen Union verboten wurden.
- Zum Beispiel Produkte, die Melamin und Formaldehyd enthalten.
Nicht konforme Produktionsstandards:
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- Nichteinhaltung festgelegter technischer Spezifikationen.
Mikrobiologische Kontamination:
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- Nachweis von Bakterien oder Schimmelpilzen in Materialien, die mit Lebensmitteln in Kontakt kommen.
Risikomanagement: Maßnahmen bei Materialien mit Lebensmittelkontakt
1. Rechtliche Vorschriften In der Europäischen Union ist die wichtigste Verordnung für Materialien, die mit Lebensmitteln in Kontakt kommen,
(EG) Nr. 1935/2004. Diese Verordnung schreibt vor, dass alle FCM so hergestellt werden müssen, dass sie die menschliche Gesundheit nicht gefährden.
Gesetzgebung in der Türkei:
- Die Verordnung des Türkischen Lebensmittelkodex über Materialien und Gegenstände, die mit Lebensmitteln in Berührung kommen, bietet einen mit der EU kompatiblen Rahmen.
- Es werden strenge Kontrollen für importierte und einheimische Produkte durchgeführt.
2. Prüfung und Analyse Zur Vermeidung von Risiken durch Materialien, die mit Lebensmitteln in Kontakt kommen, müssen regelmäßige Prüfungen und Analysen durchgeführt werden:
- Gesamtmigrationsprüfung: Misst die Migration aller chemischen Stoffe in Lebensmittel.
- Spezifischer Migrationstest: Übergang bestimmter chemischer Bestandteile (BPA, Phthalate usw.).
- Chemische Analyse: Nachweis gefährlicher Stoffe (z. B. Blei, Arsen).
3. Festlegung von Produktionsstandards
- Konformität der Rohstoffe, die bei der Herstellung von Materialien verwendet werden, die mit Lebensmitteln in Kontakt kommen.
- Anwendung der Normen ISO 22000 und GMP (Gute Herstellungspraxis).
4. Schulung und Sensibilisierung
- Sensibilisierung von Herstellern und Verbrauchern für RASFF-Meldungen und gesetzliche Vorschriften.
- Durchführung von Schulungsprogrammen zu Lebensmittelsicherheitsstandards.
Als Nanolab Laboratoriengruppe verfolgen wir die RASFF-Meldungen aktuell und erweitern unseren Testumfang mit jeder Aktualisierung. Bei allen Materialien, für die eine RASFF-Meldung vorliegt (einschließlich Materialien, die möglicherweise Handschuhe und Biozide enthalten) führen wir Tests durch, wobei wir uns auf die Anforderungen der Europäischen Union, des LFGB und anderer Rechtsvorschriften sowie auf die von den technischen Ausschüssen CEN/TC 194, ISO/TC 166, ISO/TC 107, ISO/TC 186, ISO/TC 34/SC 12 und ISO/TC 6 veröffentlichten Methoden stützen.